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Dazwischen #1: Nicht schlecht genug

  • 24. Feb.
  • 1 Min. Lesezeit

Wenn Menschen Beziehungen, ihren Job oder Freundschaften nicht beenden, obwohl sie offensichtlich unzufrieden sind, beobachte ich häufiger, dass zwischen „gut“ und „schlecht“ ein Hohlraum entstanden sein muss, der zwar weniger als „mittelmäßig“, aber noch „nicht schlecht genug“ ist.


Ich habe mich gefragt, ob sich in diesem Hohlraum wohl eine neue Mittelmäßigkeit eingenistet hat, die sich an den Parametern unserer Zeit orientiert: Zu viele Optionen bei zu wenig Klarheit.


In einer alten Mittelmäßigkeit spiegelt sich Realität und Verständnis. Nichts kann immer gut sein, Kompromissbereitschaft verlangt das Leben, Sicherheit siegt.


Gleichzeitig war Mittelmäßigkeit eine Aufforderung an unseren Stolz, uns mit diesem Status nicht für immer zu begnügen.


In einem „nicht schlecht genug“ - Hohlraum - entsteht etwas Neues: Hier nehmen wir nicht nur Mittelmäßigkeit in Kauf, die Waage senkt sich bewusst.


Wir könnten jetzt springen, sind schon nah genug.


Aber wir springen nicht.


Dieser Hohlraum gibt uns eine letzte Chance, in einer Möglichkeit auszuharren, die uns nicht zu Entscheidungen zwingt.


Wenn etwas „nicht schlecht genug“ ist, wird es selten von selbst genug sein. Es entspricht aber auch nicht der Mittelmäßigkeit, die wir auf kurz oder lang nicht auszuhalten bereit sind.


Es entspricht einem Raum, der uns bereitwillig hält, ohne unsere Ansprüche zu verraten.



Und vielleicht brauchen wir gerade genau das.

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